bv- Gescher. Die Eurokrise, gesetzliche Rentenversicherung, der Bereich Gesundheit und die ärtzliche Versorgung im ländlichen Raum waren die Hauptthemen einer Gemeinschaftsveranstaltung der CDU Senioren-Union und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Gescher und weiterer interessierter Bürger mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten und gesundheitspolitischen Sprecher der Partei, Jens Spahn aus Ottenstein.

Dazu konnten die beiden Vorsitzenden Bernhard Feldmann und August Schlüter auch fast 50 Teilnehmer im Hotel Tenbrock begrüßen. Spahn streifte bei seinem Referat viele Bereiche und begann mit dem Euro, der heute stabiler sei als bei seiner Einführung, gemessen an Dollar und Yen. Es handele sich heute weniger um eine Eurokrise als vielmehr um eine Verschuldungskrise und wer im Hinblick auf die Euroländer nicht zurückzahlen kann, dürfe auch kein neues Geld erhalten. Spahn zeigt auf was passieren würde, wenn zum Beispiel Länder wie Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal Pleite gingen. Das würde einen Dominoeffekt auslösen. In einem solchen Fall könne Hilfe nicht ohne Gegenleistung erfolgen und grundsätzlich müssen die Länder ihre Angelegenheiten zu Hause regeln. Im kommenden Monat werde geprüft, ob Griechenland seine Hausaufgaben gemacht habe für neues Geld und auch Deutschland und Frankreich müßten sich an die Regeln halten, so Spahn, wobei weniger das Geld fließt sondern es sich mehr um Bürgschaften handelt. Lösungen die garnichts kosten gebe es nicht und Deutschland lebt mehr als andere in Europa vom Export.
Das größte Armutsrisiko in Deutschland trügen die Alleinerziehenden mit Kinder und auch ein sinkendes Rentenniveau für neue Rentner wird sich einstellen, weil die Menschen älter und zahlreicher in dieser Altersschicht werden, wobei uns unsere Nachbarn um das deutsche Rentensystem beneiden. Das Problem bei den geringer werdenden Renten liege auch im Niedriglohnsektor und bei nicht dauernder Beschäftigung, wobei soziale Probleme nicht in die Rentensysteme sondern im Steuerbereich gehören, betont Spahn. Rücklagen bei den Krankenkassen seien aufgrund des Sparens und der günstigen Arbeitslosenquote vorhanden, wie seit 40 Jahren nicht mehr, daher auch das gute Finanzpolster. Aber die guten Zeiten seien nicht von Dauer und die Wirtschaft verlangsame sich und Sparen für schlechte Zeiten sei angesagt.
Bei den Hausärzten liege das Problem weniger an fehlenden Ärzten sondern hauptsächlich an der falschen Verteilung. Attraktive Standorte ziehen auch die Ärzte an (der Starnberger See ist die bestversorgte Ärzteregion in Deutschland) und die Überversorgung in Ballungsgebieten müsse abgebaut werden. Auch die neue Notdienstregelung in Westfalen-Lippe soll hier Abhilfe schaffen, da auch die Residenzpflicht der Ärzte aufgegeben worden sei. Eine Garantie eines Nachfolgers für jeden aufgebenden Arzt gebe es nicht.
Viele Fragen wurden natürlich zum Schluss noch gestellt zu den Bereichen Altersarmut, Grundsicherung oder betriebliche Altersversorgung.
Wegen der Organspende werden alle Bürger in Kürze angeschrieben, da es zu wenig Spender in Deutschland gibt. Eine Entscheidung sei natürlich freiwillig.
Als bitter bezeichnet Spahn das jüngste Wahlergebnis in NRW (Thema Röttgen) und auch das Schuldenthema sei nicht emotional angegangen worden. Werte und Verantwortung müssten in eine neue Zeit übertragen werden, hieß es.
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Ferdinand Hölter informierte kurz über die aktuelle Politik in Gescher, wo ein neuer Slogan mit mehr Werbeeffekt gefunden werden soll und drei Vorschläge zur Auswahl stehen.
Herzlich bedankten sich Feldmann und Schlüter bei Spahn für seine Ausführungen und beim Hotelteam Kösters für das Kuchenangebot.